Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

 

 

 

 

Glossar: (siehe auch Poster)

Open Dialogue :

Beim Open Dialogue handelt es sich vorrangig um ein Beziehungsangebot, das von uns Menschen durch eine besondere Haltung geprägt wird und gelebt werden muß. Getragen von Hoffnung mit Respekt vor dem Anderen, dem Verständnis , daß Leben sich in einem dialogischen Prozeß in der Verbundenheit der Dinge untereinander entwickelt und dabei vielerlei Stimmen und Perspektiven zu berücksichtigen sind, kann man diese Haltung in verschiedensten Kontexten bewahren und pflegen.

Bei der Therapieform des Open Dialogue handelt es sich um eine Methode  des Umgangs mit psychischen Erkrankungen, die sich in den letzten 25 Jahren in der Region Tornio/ Westlappland entwickelt hat und von dort ihren Weg in verschiedene andere Länder fand. Sie gründet sich auf den von Y. O. Alanen und Mitarbeitern in der Stadt Turku entwickelten Prinzipien der bedürfnisangepaßten Behandlung.

Prinzipien des Open Dialogue- methodisch :

1. unmittelbare Hilfe innerhalb von 1-2 Tagen

2. Netzwerkorientierung von Anbeginn

3. Verantwortlichkeit

4. Flexibilität und Mobilität

5. Beziehungskontinuität

6. Collaborativität

Prinzipien die persönliche Haltung betreffend:

A. Haltung des Nicht- Wissens- Aufgabe des Expertenstatus

B. Leben als Dialog- in Verbundenheit mit der Umgebung

C. Vielstimmigkeit- jede Stimme wird gehört

 Diese Grundprinzipien stellen erhebliche Anforderungen an die eigene Entwicklung, die sich nur aus der persönlichen Auseinandersetzung mit den darin verborgenen Fragen ergeben kann. Hier lege ich in der Ausbildung einen besonderen Schwerpunkt.

Reflecting Team :

das reflektierende Team wurde von Tom Andersen und Mitarbeitern in Tromsø/ Norwegen aus der systemischen Therapie heraus entwickelt, um die Situation der "geheimnisvollen" Experten hinter der Einwegscheibe zu beenden und die Familien an den Überlegungen der Zuhörer teilhaben zu lassen. Bei dieser Methode wechseln Zuhörer und Sprecher zu festzulegenden Zeitpunkten ihre Rollen, was allen Zeit gibt, das Gehörte mit den eigenen Überlegungen abzugleichen. Diese methodische Wendung fand dann zunehmend Anhänger und wurde für den Open Dialoge ein fester Bestandteil, der die Vorteile eines dialogischen Umgangs, insbesondere des aufmerksamen Zuhörens, betonte und deutlich machen konnte. 

 

Das Netzwerkgespräch:

Das Netzwerkgespräch stellt im therapeutischen Prozeß, der von den bisherigen "Therapeuten"(nun Moderatoren) lediglich moderiert wird,die zentrale Instanz dar. Während der Sitzung werden alle wesentlichen Entscheidungen dort von den Netzwerkteilnehmern erarbeitet, worin sie durch Informationen unterstützt werden, ohne dass dadurch etwas präjudiziert würde. Dies stellt für uns übliche Therapeuten, die aufgrund ihrer speziellen Ausbildung sich gerne als Experten verstehen, eine enorme Herausforderung dar, die regelmäßig angenommen werden muß. Dabei hilft das Wissen, daß wir nicht wissen können, was für Andere gut ist, geschweige denn dass wir andere Menschen ändern könnten. (s. auch Poster)

Arbeitsgrundlagen

Ratschläge für das Herstellen einer collaborativen Beziehung (nach H. Anderson)

  • Schaffe genug Raum und damit für den Klienten die Wahlmöglichkeit, seine Geschichte auf die ihm gemäße Art und in der ihm eigenen Sprache zu erzählen
  • Sei aufrichtig interessiert und neugierig auf das, was der Klient von seiner Geschichte berichten möchte
  • Höre aufmerksam, sorgfältig, ernsthaft und herzlich zu
  • Reagiere im Zusammenhang, um vom Klienten mehr über das zu hören, was er erzählen möchte, anstatt auf das zu achten, was Du denkst, wovon er sprechen sollte.
  • Höre zu und versuche den Klienten aus seiner Perspektive oder seinen Erklärungszusammenhängen und nicht aus der Perspektive des Therapeuten zu verstehen.
  • Achte darauf, wie der Klient antwortet, bevor er fortfährt.
  • Achte aufmerksam auf die Worte, die der Klient benutzt und stelle keine Vermutungen über das an, was er nonverbal zum Ausdruck bringt.
  • Überprüfe besser durch Kommentare, Fragen und alternative Worte, ob Du gehört hast,was der Klient Dir sagen möchte, anstatt im Stillen zu interpretieren mit der Gefahr, falsch zu interpretieren
  • Lasse Pausen und Schweigen zu, um zuzuhören, Worte nachklingen zu lassen und lasse Raum zum Reflektieren.
  • Gestehe jeder Person selbst zu, das auszuwählen, worauf sie antworten möchte, und das auf ganz die ihr gemäße Art und Weise


10 Goldene Regeln des Reflektierens

    1. Sprich nur über das, was Du in der Sitzung gehört, gesehen und gefühlt hast.
    2. Wenn Du selbst sprichst achte darauf, weder Patient noch Interviewer anzuschauen, es könnte wie eine Einladung wirken
    3. Sei einfach höflich, damit erübrigt sich jede negative Rückmeldung
    4. Sprich nicht von Dingen, die der Patient zu verbergen versucht, es könnte wie eine Bloßstellung wirken
    5. Sprich auch nicht von Dingen, von denen Du annimmst, daß auch Andere in der Runde sie nicht erwähnt haben möchten.
    6. Sag es kurz und knapp. Höchstens zwei Sätze, und die nicht zu lang
    7. Gebrauche keine komplizierten mehrdeutigen Worte
    8. Arbeite daran, es einfach und klar auszudrücken
    9. Je sicherer Du Dir Deiner Sache bist, desto vorsichtiger solltest Du mit Deinen Äußerungen sein, halte für möglich, das es anders sein könnte
    10. Scheue Dich nicht nach der Runde zu fragen, wenn Du unsicher bist
    11. Ebenen der Bezugnahme beim ReflektierenEbenen der Bezugnahme beim Reflektieren